K O N Z E P T I O N


In der Mandel, was steht in der Mandel?
Das Nichts.
Es steht das Nichts in der Mandel
Da steht es und steht
Und dein Aug, wohin steht dein Auge?
Dein Aug, dem Nichts steht´s entgegen
So steht es und steht
Menschenlocke, wirst nicht grau
Leere Mandel, königsblau

Paul Celan "Mandorla"

 

Die Ehemalige Synagoge ist ein bedeutender Ort der Geschichte und Kultur unseres Landes in Freudental.

Das Gebäude spiegelt die Verfolgung und Unterdrückung von Menschen aufgrund ihres Glaubens, aber auch Widerstands, des Drang nach Freiheit, die Verweigerung gegenüber dem Verbrecherregime.

In diesem Bewusstsein wurde bei der Sanierung des denkmalgeschützten Bauwerkes auf die Verwendung moderner Mittel und die Herstellung einer Attrappe zur musealen Nutzun verzichtete.

Diese Stätte der Erinnerung ist ein Ort, der sinnhafte Wahrnehmung des historischen Augenblicks, des Wirkens von politischer Macht und menschlicher Ohnmacht ermöglicht.

So wird die Ehemalige Synagoge zu einem Ort der Begegnung, des Gedenkens und Lernens.

Daraus ergeben sich für das Pädagogisch-Kulturelle Centrum Ehemalige Synagoge Freudental pädagogische, wissenschaftliche und kulturelle Aufgaben.

 

Alle Bemühungen des Pädagogisch-Kulturellen Centrum Ehemalige Synagoge sind gerichtet auf das Lernziel Demokratie und Toleranz.
Dies beinhaltet

  • demokratische Einstellungen und Verhaltensweisen zu fördern
  • kritisches Denken anzuleiten
  • das Grundrecht des Einzelnen auf Freiheit, Würde und Recht anzuerkennen
  • gegen Rassismus und Rechtsextremismus einzutreten

Mit diesem Auftrag ist das Pädagogisch-Kulturelle Centrum Ehemalige Synagoge Jugendbildungsakademie des Landes Baden-Württemberg.

Hierzu macht das Pädagogisch-Kulturelle Centrum Lernangebote an Kinder und Jugendliche – in Bezug auf die Schulklasse oder außerschulische Gruppen, aber auch individuell – sowie an Erwachsene in Form von:

Vorträgen / Führungen / Seminaren / Lerntagen / Studientagen / Ausstellungen / Gedenkveranstaltungen / Gesprächsangeboten zwischen der jungen, mittleren und älteren Generation, zwischen Christen, Juden und Muslimen / Jugend- und Begegnungsaustausch


Inhalte sind

  • Jüdische Geschichte, insbesondere in Freudental und dem Landkreis Ludwigsburg
  • Kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung des Judentums in Vergangenheit und Gegenwart
  • Ursachen und Wirkungen des Antijudaismus und Antisemitismus
  • Jüngere deutsche Geschichte, insbesondere die Zeit des Nationalsozialismus und dessen Auswirkungen
  • Vertraut werden mit Fremdem
  • Ausgrenzung, Rassismus und Rechtsextremismus
  • Dialog der Religionen und Kulturen

Dazu dient auch

  • der (Wieder-) Aufbau und die Unterhaltung einer Dokumentation mit Kultgegenständen und Schriften der ehemaligen jüdischen Gemeinde in Freudental.
    Die GENISA, das verborgene Erbe der jüdischen Gemeinde Freudentals, ist bruchstückhaft überliefert und hat fragmentarischen Charakter. Die Fundstücke dokumentieren exemplarisch die Alltagskultur der deutschen Landjuden.
  • die Pflege des jüdischen Friedhofs in Freudental.
    Der jüdische Friedhof ist Erbe und Aufgabe . Das Wissen um die religiöse Bedeutung und religionsrechtlichen Grundlagen erweitert Kenntnisse und ermöglicht Empfindsamkeit gegenbüer dem Fremden in der jüdischen Religion und Kultur.
  • die Pflege der partnerschaftlichen Kontakte zwischen dem Landkreis Ludwigsburg und dem Oberen Galiläa / Israel.
    Das PKC Freudental ist in die Begegnungen der jungen Menschen und der Schulen eingebunden und unterstützt die Partnerschaftsarbeit in vielfältiger Weise.

Dafür pflegt das Pädagogisch-Kulturelle Centrum Ehemalige Synagoge Kooperationen mit

  • Schulen der Region
  • Einrichtungen der Jugendbildung
  • dem Landkreis Ludwigsburg
  • den Partnerregionen Oberes Galiläa, Israel und Komitat Pest, Ungarn
  • Stiftungen
  • Jugendverbänden

Kulturelle Veranstaltungen fördern die Begegnung unterschiedlicher Menschen und Gruppierungen sowie deren Kontakt zum Pädagogisch-Kulturellen Centrum Ehemalige Synagoge. Unterschiedliche Angebote „lassen erkennen, dass wir unsere Verhältnisse selber schaffen und dass wir nur uns für sie verantwortlich machen können“ (Dirk Baecker in „Wozu Kultur?“). Dies können sein:

Konzerte / Lesungen / Theateraufführungen / Filmvorführungen / Gesprächsangebote /  Ausstellungen

DIALOG DER KULTUREN ist der Leitgedanke, unter dem Studienreisen und Exkursionen  konzipiert werden. Dialog und Annahme unterschiedlicher Standpunkte und die Begegnung mit Menschen sind für die Entwicklung einer demokratischen Gesellschaft von wesentlicher Bedeutung. Lesungen mit einer vielfältigen Auswahl von Gedichten, Dokumenten und Texten der Weltliteratur verknüpfen Lebensgeschichten, Orte und Plätze. Unsere aktuellen Studienreisen finden Sie unter dem Menüpunkt KULTUR.