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Die Ehemalige Synagoge als Lernort und Begegnungsstätte (3)

Bekannt geworden ist das Haus freilich eher als kulturelles Kleinod auf dem Lande. Allein im Jahr 2001 fanden in der alten Synagoge insgesamt 27 Lesungen, Konzerte, Vorträge und Ausstellungen statt. Das Programm folgt über Jahre hinweg dem Leitfaden eines Dialogs der Kulturen. Da reiht sich ein Veranstaltungszyklus über die jiddische Literatur der Gegenwart an Auftritte der Friedenspreisträger Amos Oz und Annemarie Schimmel, ein Klezmer-Abend mit Giora Feidman und Swing von Coco Schumann stehen neben dem von tanzenden Derwischen Andere Völker begleiteten Konzert des Oberkantors der Omaijaden-Moschee von Damaskus, da waren die palästinensische Friedensaktivistin Sumaya Farhat-Naser und ihr Schriftsteller-Kollege Emil Habibi ebenso in Freudental zu Gast, wie der frühere israelische Botschafter Avi Primor oder Ignatz Bubis. Eine Offenheit, die – wie Ludwig Bez einräumt – auch für manches Vereinsmitglied keine Selbstverständlichkeit war, an der der Geschäftsleiter aber auch im Verhältnis des Hauses zu Israel und Palästina festhalten will. Weil sich das PKC Freunde und Vertrauen auf beiden Seiten erworben hat, kann es gerade jetzt eine Brücke für die verfeindeten Parteien im Nahen Osten sein. Eine Synagoge ist nach jüdischem Verständnis ohnehin weniger ein heiliger Platz, als ein Ort der Begegnung, des Lernens und der Diskussion, meint der PKC-Geschäftsleiter und erzählt, wie erst vor Kurzem ein Jugendchor aus Galiläa mit dem israelischen Beduinen und Heidelberger Schriftsteller Salim Alafenisch Freundschaft in Freudental schloss.

Der Name des Märchenerzählers Salim Alafenisch führt zum dritten Schwerpunkt der Arbeit in der ehemaligen Synagoge. Das PKC ist seit 15 Jahren auch Reiseveranstalter. Aus ersten Begegnungsreisen in den schwäbischen Kibbuz Shavei Zion oder ins Obere Galiläa New York erwuchs längst ein attraktives Studienreiseprogramm. Zu den Klassikern zählen dabei die Wüstenwanderungen und Kamelkarawanen auf der Sinai-Halbinsel, die zunächst von dem Leo-Baeck-Schüler und Londoner Rabbiner Albert Friedlander und seit mehreren Jahren eben von Salim Alafenisch begleitet wurden. Von Freudental aus begibt man sich aber auch auf die Suche nach den Spuren jüdischer Kultur in Osteuropa, Spanien, Marokko, London, New York und sogar Shanghai. Ein neues Studienprogramm führt nach Zentralasien zu der auch von jüdischen Handelsreisenden frequentierten Seidenstraße. Im November geht eine Reise nach Lettland anlässlich des 60. Jahrestags der Deportation der württembergischen Juden vom Stuttgarter Killesberg nach Riga.



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